Gibt es Pilze nur im Herbst?

Ein ganz klares Nein! Pilze kann man von Januar bis Dezember finden.

Schon im Januar, wenn nicht gerade strenger Frost herrscht, kann man den Samtfussrübling (Flammulina velutipes) finden. Er wird auch zu Recht Winterpilz genannt. Der Samtfussrübling ist ein wohlschmeckender Pilz der auch auf Laubholz gezüchtet werden kann. In Japan wird er als Delikatesse auf den Märkten gehandelt.

Ein ebenfalls sehr schmackhafter Winterpilz ist der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) Er benötigt Frost um Fruchtkörper zu bilden. Er wächst oft in großen Mengen an lebenden und totem Laubholz. Das was man auf den Märkten als Austernseitling bekommt, ist oft in Wirklichkeit der Löffelförmige Seitling (Pleurotus pulmonarius) . Er wird auch als Austernseitling "Sommer-Typ" angeboten. Wie auch immer, beide Pilze schmecken sehr gut. Man kann beide Arten sehr leicht auf Laubholz und Stroh anbauen.

Ab April sollte man Morcheln suchen. Ob nun Speisemorchel (Morchella esculenta) oder Spitzmorchel (Morchella conica) es sind wohlschmeckende und gesuchte Pilze. Speisemorcheln findet man in Auwälder, Parks und mit Glück sogar im Garten. Spitzmorcheln wachsen gerne auf Holzlagerplätzen und Rindenmulch.

Aber auf keinen fall darf man die Morchel mit der giftigen Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) verwechseln.

Ein weiterer Pilz der im Frühjahr wächst, ist der Aderige Scheibenbecherling (Disciotis venosa) auch Morchelbecherling genannt, oft in der Nachbarschaft von Morcheln. Dieser Pilz ist an seinem charakteristischem Chlorgeruch zu erkennen. Der Morchelbecherling ist gut gekocht Essbar.

Ende April bis Juni wächst der Mairitterling (Calocybe gambosa), ein von Kennern vielgesuchter Speisepilz. Dieser gute Pilz liebt Parkanlagen, Wegränder und Böschungen. Er wächst oft in größeren Gruppen.

Aber Achtung! Jung sieht der Mairitterling dem sehr giftigem Ziegelroten Rißpilz (Inocybe patouillardii) sehr ähnlich.

Von Mai bis November kann man an alten Laubholzstümpfen und Stämmen das leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) finden.

Dieser Pilz darf nur von Kennern gesammelt werden. Die Verwechslungsgefahr mit dem sehr giftigen Gifthäublig (Galerina marginata) ist einfach zu groß. Zum Glück läßt sich das Stockschwämmchen gut auf Laubholz züchten .

Ebenfalls ab Mai findet man das Judasohr (Auricularia auricula-judae) Dieser Pilz ist auch unter dem Namen Chinesische Morchel bekannt. Das Judasohr wächst an Laubholz, vorzugsweise an alten Holundersträuchern. Auch diesen Pilz kann man leicht züchten.

Ab Juni geht es dann richtig los mit der Pilzsaison.

Es wachsen:

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)
Sommersteinpilze (Boletus reticulatus)
Kiefernsteinpilz (Boletus pinophilus)
Maronenröhrlinge (Xerocomus badius)
Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron)
Schwarzblauender Röhrling (Boletus pulverulentus)
Flockenstielige Hexenröhrling (Boletus erythropus)
Netzstielige Hexenröhrling (Boletus luridus),
Spindeliger Rübling (Collybia fusipes)
Roter Gitterling (Clathrus ruber)
Perlpilz (Amanita rubescens)
Brauner Dachpilz (Pluteus cervinus)
Nelkenschwindling  (Marasmius oreades)
und natürlich eine Vielzahl von Täublingen.

Im Juli, wenn ein Hoch das andere ablöst, findet man nicht mehr viele Pilze. Ist der Juli aber eher feucht und nicht so zum Baden geeignet dann ist der Juli ein guter Pilzmonat. Es wachsen:

Birkenpilz (Krombholziella scabra),
Heiderotkappe (Krombholziella versipellis),
Bronzeröhrling (Boletus aereus),
Goldröhrling (Suillus grevillei),
Körnchenröhrling (Suillus granulatus),
Sommerröhrling (Boletus fechtneri)
Elfenbeinröhrling (Suillus placidus)
Strubbelkopfröhrling (Strobilomyces strbilaceus)
Gallenröhrling (Tylopilus felleus),
Goldblatt (Phylloporus rhodoxanthus),
Wurzelnder Bitterröhrling (Boletus radicans),
Schönfußröhrling (Boletus calopus),
Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus),
Pfefferröhrling (Chaliciporus piperatus),
Edelreizker (Lactarius deliciosus),
Langstieliger Pfeffermilchling (Lactarius piperatus)
Wolliger Milchling (Lactarius vellereus)
Stinktäubling (Russula foetens)
Goldtäubling (Russula aurea)
Grünfelderiger Täubling (Russula virescens)
Dickblättriger Schwärztäubling (Russula nigricans)
Purpurschneckling (Hygrophorus russula)
Orangefuchsiger Rauhkopf (Cortinarius orellanus),
Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)
Samtfußkrempling (Paxillus atrotomentosus)
Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina)
Fliegenpilz (Amanita muscaria)
Kaiserling (Amanita caesarea)
Riesenstreifling (Amanita ceciliae)
Rotbrauner Streifling (Amanita fulva)
Stinkmorchel (Phallus impudicus)
Dünen - Stinkmorchel (Phallus hadriani)
Hundsrute (Mutinus caninus)
Tintenfischpilz (Clathrus archeri)
Gelbgrüner Ritterling (Tricholoma sejunctum)

Zu den im Juli wachsenden Pilze kommen im August
die Herbstpilze hinzu.

Trompetenpfifferling (Cantharellus tubaeformis)
Grauer Leistling (Cantharellus cinereus)
Krause Glucke (Sparassis crispa)
Hahnenkamm (Ramaria botrytis)
Dreifarbige Koralle (Ramaria formosa)
Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris)
Erbsenstreuling (Pisolithus tinctorius)
Hallimasch (Armillaria mellea),
Schmarotzerröhrling (Xerocomus parasiticus),
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
Pantherpilz (Amanita pantherina)
Tigerritterling (Tricholoma pardinum)
Schwefelritterling (Tricholoma sulphureum) Sandröhrling (Suillus variegatus)
Fichtenreizker (Lactarius deterrimus),
Riesenrötling (Entoloma lividum),
Fichtensteinpilz (Boletus edulis)
Satansröhrling (Boletus satanas)
Königsröhrling (Boletus regius)
Butterpilz (Suillus luteus),
Brätling (Lactarius volemus),
Kahler Krempling (Paxillus involutus)
Safranschirmling (Macrolepiota rhacodes)
Parasol (Macrolepiota procera)
Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum)
Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum)
Riesenbovist (Langermannia gigantea)
Beutelstäubling (Calvatia excipuliformis)


Die Monate September und Oktober sind sehr Pilzreich. zu den im Juli und August wachsenden Pilzen kommen noch folgende Pilze hinzu:
Reifpilz (Rozites caperata)
Herbsttrompete (Craterellus cornucopioides)
Kuhmaul (Gomphidius glutinosus),
Kupferroter Gelbfuss (Gomphidius rutilus)
Graublättriger Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium)
Fichtenreizker ( Lactarius deterrimus)
Sandröhrling (Suillus variegatus)
Kuhröhrling (Suillus bovinus)
Düsterer Röhrling (Porphyrellus porphyrosporus)
Hohlfußröhrling (Boletinus cavipes)
Natternstieliger Schneckling (Hygrophorus olivaceoalbus)
Großer Kiefernschneckling (Hygrophurus latitabundus)
Grünling (Tricholoma auratum)
Violetter Rötelritterling (Lepista nuda) Er zeigt das Ende der Pilzsaison an.

Im November und Dezember kann man einige Pilze finden die auch von August bis Oktober Wachsen. Typische November und Dezember Pilze sind:
Frostschneckling (Hygrophorus hypothejus)
Schwarzfaseriger Ritterling, Schneepilz (Tricholoma portentosum)

Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollzähligkeit und wurde ohne unterschied zwischen Giftigen, Ungenießbaren und Speisepilze erstellt. Auch muss man Bedenken das es Regionale und Witterungsbedingte unterschiede das Wachstum der Pilze erheblich beeinflussen.